Gina Pietsch - Musikalische Hommage an Rosa Luxemburg

Gina Pietsch - Musikalische Hommage an Rosa Luxemburg

by Ebene 3

In meiner 78.Soloproduktion führe ich das Publikum durch das Leben von Rosa Luxemburg, einer außergewöhnlichen Frau, die ich bewundere und verehre, weil sie heutig ist und heute gebraucht wird. Viele Informationen zu dieser musikalischen Hommage finden Sie in dieser mail

 

Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden, sagte Rosa Luxemburg. Sie wird es so gemeint haben, wie der große Saint Just: Pas de liberté pour les ennemis de la liberté – Keine Freiheit für die Feinde der Freiheit.
Drei Jahre und vier Monate ihres kurzen Lebens saß Rosa in Gefängnissen und Festungen, in Warschau, Berlin, Wronke und Breslau. Warum? Der Berliner Polizeipräsident 1916 hatte keine Zweifel daran, dass die Luxemburg eine der gefährlichsten und rührigsten Agitatorinnen des extrem-radikalen Flügels der Sozialdemokratie sei. Lenin, der um eine Reihe ihrer Irrtümer hinsichtlich der russischen Revolution wusste, hörte nie auf, sie für einen Adler unter Hühnern zu halten, der den Kommunisten in der ganzen Welt immer teuer sein wird. Dass Stalin verächtlich vom „Luxemburgismus“ sprach, hatte schlimme Auswirkungen für die auch sehr späte Rezeption ihrer Werke in der DDR. Wir sehen in ihr eine der wichtigsten und charismatischsten Persönlichkeiten in der deutschen Arbeiter- und Antikriegsbewegung, den Inbegriff des Kampfes für Frieden. Die die Kriege führten, nannten sie die blutige Rosa, Wir, denen sie nahe ist, nennen sie gerne einfach Rosa, oder wie Brecht Die rote Rosa. Hannah Arendt meint: Für Rosa Luxemburg war die Welt von sehr großer Wichtigkeit, sie interessierte sich überhaupt nicht für sich selbst. Dem wollen wir widersprechen, denn die Tausende ihrer Briefe sprechen viel von ihren Lieben, zu Leo, zu Kostja, zu Paul und Hans, zu Sonitschka, zu Wolken und Pflanzen, zu Goethe und Chopin und immer zu tüchtiger, intensiver Arbeit, die einen ganz in Anspruch nimmt mit Hirn und Nerven als vom größten Genuss im Leben. Als sie 17 war, konnte man Folgendes von ihr lesen: „Mein Ideal ist eine Gesellschaftsordnung, in der es mir vergönnt sein wird, alle zu lieben.“ Und Leo Jogiches, den sie liebte, erfährt, sie wolle auf die Menschen wie ein Blitz wirken, nicht durch Pathos, sondern durch die Weite der Sicht, die Macht der Überzeugung und die Kraft des Ausdrucks. Wer sie liest, weiß, dass sie sich diesen Wunsch erfüllen konnte und uns. Sicher in unvorstellbarer Weise mehr, wenn sie sie nicht umgebracht hätten. Das Ende jedes Menschen ist schlimm, das dieser körperlich kleinen und lebenslang gehbehinderten – eine Biografin sagt, dreifach Stigmatisierten, als Frau, als Jüdin, als Krüppel – aber eben ungeheuer starken, weisen, mutigen, lebens- und liebensfrohen Frau, ist ein schwer beschreibbarer Verlust für uns bis heute.

Event info

  • 04/06/2019
  • 20:30, Europe/Berlin
  • Ebene 3 im K3
    Berliner Platz 12
    74072 Heilbronn

Organizer details